Stimmlippenlähmungen

Für die regelrechte Beweglichkeit der Stimmlippen sind hauptsächlich zwei Nerven zuständig, der Nervus laryngeus superior und Nervus laryngeus recurrens. Diese verlaufen paarig, das heißt ein linker und ein rechter Nerven versorgen jeweils das linke und rechte Stimmband.

Durch seine Lage wird vor allem der Nervus laryngeus recurrens häufig bei Operationen an der Schilddrüse, im Halsbereich, an der Aorta oder am Herzen in Mitleidenschaft gezogen.

Wird er bei einer Operation lediglich gequetscht oder gedehnt, was sich teilweise nicht vermeiden lässt, so kann dies bereits zu monatelangen Funktionsausfällen führen. Wird er gänzlich durchtrennt, ist seine Funktion dauerhaft außer Kraft gesetzt und kann nur kompensatorisch ausgeglichen werden.

Kommt es zu solch einer Schädigung, ist eine sogenannte Stimmlippenlähmung bzw Recurrensparese die Folge. Das bedeutet, dass das Stimmband auf der betroffenen Seite stillsteht. Je nach der Position, in der steht, fällt eher die Atmung oder eher die Stimmgebung schwer.

Bei lediglich beleidigtem Nerv ist eine Stimmtherapie sehr relevant, um die richtige Neubahnung des Nerven zu unterstützen, eine raschere Reha-Phase zu erreichen sowie das Angewöhnen schädlicher Kompensationsmuster zu vermeiden.

Ist der Nerv durchtrennt, wird daran gearbeitet, dass die gesunde Seite möglichst viel ausgleichen kann. Eine Neubahnung des durchtrennten Nerven ist jedoch nicht möglich.

Bei hartnäckigen Stimmlippenlähmungen und dauerhaften Stimmproblemen gibt es außerdem verschiedene chirurgische Interventionsmöglichkeiten.